Viersen schrieb Kulturgeschichte

Die europäische Musik- und Theaterprominenz nach 1945 zu Gast in der Viersener Festhalle

In der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg, den „goldenen Jahren“ der Viersener Festhalle, war auf deren Bühne die europäische Prominenz der Orchester, Dirigenten, Kammermusiker, Schauspieler und Regisseure zu Gast.

Die Ausstellung widmet sich der Frage, wie es dazu kam und welche Voraussetzungen dazu geführt haben, dass Orchester wie die Berliner Philharmoniker und das Royal Philharmonic Orchestra London sowie herausragende Künstlerinnen und Künstler wie Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Ferenc Fricsay, Sir Thomas Beecham, Monique Haas, Hermann Prey, Gustaf Gründgens, Karl Stroux, Ernst Deutsch, Will Quadflieg, Tilla Durieux oder Maria Wimmer damals in der Viersener Festhalle auftraten. Sie ruft die Situation in der zerstörten Stadt in Erinnerung und beschreibt, unter welchen Umständen nach dem 2. Weltkrieg die ersten kulturellen Initiativen zu Stande kamen.

Das nur zwei Jahre nach Kriegsende in Viersen kulturelle Veranstaltungen von internationalem Format stattfinden konnten – seit 1949 waren regelmäßig Gustaf Gründgens und die Städtischen Bühnen Düsseldorf zu Gast –, war zunächst dem Umstand zu verdanken, dass die Viersener Festhalle in Deutschland zu den wenigen Hallen gehörte, die im Krieg nahezu unbeschädigt geblieben waren. Darüber hinaus verfügte sie über eine damals weltweit anerkannte Akustik. Unabdingbare Voraussetzung für die großartige kulturelle Leistung, die damals vollbracht wurde, war jedoch auch, dass in der Stadt trotz oder vielleicht gerade wegen der existentiellen Versorgungsnot ein äußerst seltener und bemerkenswerter Konsens darin bestand, nicht nur den Wiederaufbau der Infrastruktur und der Wirtschaft voranzubringen, sondern auch Kunst und Kultur zu fördern.

Alle Veranstaltungen, gleich ob Sinfonie- oder Kammerkonzerte, Schauspiel und Musiktheater, stießen in der Bevölkerung auf ein großes Echo. Die Ausstellung stellt die Programme der Veranstaltungen und die Künstlerinnen und Künstler vor, die von 1947 bis in die frühen 1960er Jahre in der Festhalle zu erleben waren. Sie widmet sich den Reaktionen der Presse auf diese Veranstaltungen und beleuchtet die kommunalpolitischen Hintergründe.

Absolutes Neuland wurde damals mit einem Vorverkauf betreten, der in Venlo eingerichtet wurde. Mit Erfolg: Bald fanden sich zahlreiche Besucher aus den Niederlanden ein, was bis heute Tradition hat und dazu beitrug, Viersens Ruf als „Die Kulturstadt im Grenzland“ zu begründen.

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Themenjahrs „Provinz – Provincie“ des Kulturraums Niederrhein statt. Zur Ausstellung erscheint eine Neuauflage des Buchs „Viersen schrieb Kulturgeschichte. Europäische Musik- und Theaterprominenz nach 1945 in der Festhalle“ von Gert Holtmeyer mit englischer Übersetzung.

Themenjahr „Provinz – Provincie“ des Kulturraums Niederrhein

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Zur Ausstellung erscheint eine Neuauflage des gleichnamigen Buchs mit Englischer Übersetzung.

Ausstellungszeitraum

21. Februar 2021 bis 04.  Juli 2021

Ausstellungsort

Viersener Salon
Villa Marx
Gerberstraße 20
41748 Viersen

Öffnungszeiten

Donnerstag - Samstag
15.00 - 18.00 Uhr

Sonntag und Feiertage
11.00 - 18.00 Uhr

Einritt ist frei.